Düfte und Gerüche

Im Sommer, wenn der Asphalt von der Sonne erhitzt ist und dann Regen fällt.

Im Frühling, wenn die Hyazinthen und die Fliederbäume blühen.

Im Winter, wenn man den ersten Schnee schon riecht, bevor er vom Himmel gefallen ist.

Das Hemd von meinem Mann, am Abend, wenn es nach ihm riecht, oder sein Kopfkissen.

Das sind für mich herrliche Düfte.

Morgens, wenn der erste Kaffee aus der Maschine läuft.

Einige Düfte sind in meinem Kopf gespeichert und  ich kann sie jederzeit abrufen.

Ich denke an sie und nehme sie wahr, als ob sie wirklich jetzt gerade da wären.

Den Duft vom Frühstück in Ungarn, bei meiner Grossmutter, heissen Cacao und dazu bereits geschmierte Honigbrote, in kleine, mundgerechte Stücke geschnitten.

Den Duft meiner Babys, ihren unverkennbaren Geruch am Kopf und für mich ganz besonders schön, ihren kleinen Füssen.

Frisch gemähtes Gras.

Wenn ich an einer Sägerei vorbei fahre, oder im Wald bin, den Geruch von geschnittenem, unbehandeltem Holz.

Im Schwimmbad, den Duft von Chlor, finde ich toll.

Früher, in Italien, in den Hotels, die geputzten Badezimmer, meist mit Javel, das ist für mich der Geruch von Sauberkeit, seit frühester Jugend.

Wenn ich den Gewürz-Schrank in der Küche öffne, den Duft von Pfeffer.

Im Garten, den Geruch von Thymian, Minze und Basilikum.

Den Geruch, von in Butter angebratenen Zwiebeln, oder einem Lagerfeuer, herrlich.

Den Duft von einem neuen Buch, noch unberührt, als ob es gerade frisch gedruckt wäre.

Oft verbinde ich Gerüche und Düfte mit Erinnerungen, so wie zum Beispiel, nach stundenlanger Autofahrt, wenn ich das Meer in Italien schon riechen konnte, bevor ich es sah, ein wunderbarer Duft.

Obwohl ich selber nie Gebrauch davon mache, ist der Geruch von Sommer für mich, wenn ich Sonnencreme rieche.

Ein frisch ausgeblasenes Schwefel-Hölzchen, einfach toll.

Es kam auch schon vor, dass ich extra hinter einem Mann herging, nur  um den Duft seiner Tabak-Pfeiffe länger riechen zu können.

Einen Humidor, mit verschiedenen Zigarren, als wir einen im Kiosk in dem ich arbeitete, stehen hatten, habe ich ihn mehrmals am Tag geöffnet, nur um diesen Duft inhalieren zu können.

Der Geruchssinn ist eine wunderbare Einrichtung, die wir mitbekommen haben.

Zugegeben, es gibt auch die anderen Düfte und Gerüche, bei denen man nicht so erfreut ist, wenn man sie riecht. Aber das ist ein anderes Thema.

Was ist dein Lieblings-Duft?

Welcher Geruch weckt in dir Erinnerungen an vergangene Zeiten?

Versuche dich mal bewusst daran zu erinnern und du wirst merken, es ist, als ob du in einem Fotoalbum blättern würdest.

Die Redewendung: "Ich kann dich gut riechen." kommt auch nicht von ungefähr.

 

Bild von: monte-mare.de

 

 

 

 

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