Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen

Eine Freundin von mir merkt mit zunehmendem Alter, dass es ihr nicht mehr gestattet ist, zu essen was sie möchte.

Vor ein paar Jahren noch, als sie jung und knackig war, konnte sie so richtig zuschlagen bei der Auswahl ihrer Speisen. Es war für sie kein Problem, auch noch am späten Abend eine Packung Chips mit einer Tafel Schokolade zu verdrücken.

Die Waage zeigte stets ihr Idealgewicht, plus-minus zwei Kilos an und ihr Körper ertrug die kuriosesten Zusammensetzungen von Lebensmitteln. 

Nun geht sie mit riesen Schritten auf die fünfzig zu, ist etwas gemächlicher, was ihre körperlichen Aktivitäten anbelangt und daher auch etwas besser "gepolstert". Durch die kleinen Hitze-Attacken sind wohl auch ihre Wechseljahre nicht mehr zu leugnen.

Es ist weder so, dass sie sich alt fühlt, noch, dass sie sich zu dick findet, das ist nicht das Problem.

Ihr Problem ist etwas ganz anderes, denn plötzlich entwickeln  Zwiebeln, jegliche Art von Kohl, Bohnen, Böhnchen und auch Käse, in ihrem Innern Gase, die aus ihr raus wollen.

Bitte stellen sie sich das jetzt nicht zu heftig vor, denn schliesslich ist sie  ja eine Frau, also entweichen ihr natürlich keine geräuschvollen Stinkbomben, sondern eher dezent tönende Wölkchen. ;-)

Mein Vater pflegte zu sagen: "Jeder Darmwind ( er sagte natürlich Furz) ist dem Doktor ein 5 Liber gespart."

Nun ist es so, dass es in unseren Breitengraden sehr verpönt ist,  seinen körperlichen Bedürfnissen freien Lauf zu lassen. Schon ein entwichener Rülpser wird oft mit einem strafenden Blick oder einem Nasen-rümpfen zur Kenntnis genommen und gilt als äusserst unanständig. Ich wurde auch so erzogen.

Aber dies nur nebenbei erwähnt, zurück zu meiner Freundin.

Die Gute kochte am Mittag leckere weisse Bohnen, mit Salzkartoffeln und Wienerli und ass eine herzhafte Portion davon.

Am Nachmittag hatte sie einige Termine mit verschiedenen Leuten. In ihrem Innern begann es zu brodeln und sie war unaufhörlich damit beschäftigt, ein unfreiwilliges Beckenbodentraining auszuüben. Es war für sie massiv kräfteverschleissend, ihre Fassung zu bewahren und wenn sie der "schwitzende Typ Mensch"  gewesen wäre, wären ihr wohl Rinnsale von Schweiss aus den verschiedensten Stellen am Körper ausgebrochen.

Ab und zu entwichen der armen Frau einige Winde und sie betete zu Gott, dass diese nicht stinken würden.

Sie verfluchte sich still für ihre Menü-Auswahl und brachte alle Termine mit höchster Anstrengung hinter sich.

Ob die Leute um sie herum nur höflich waren, oder wirklich nichts gemerkt hatten, weiss sie bis heute nicht.

Was sie sich aber gemerkt hat, nach dieser Tortur ... Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen.

 

Ich fand es sehr lustig und habe ihr vorgeschlagen, das nächste Mal ihre Bohnen-Winde in der Badewanne rauszulassen, da kann sie das Wasser mit den Blubberblasen schön sprudeln lassen. :-D

Nur die Kerzen am Badewannenrand, die würde ich weglassen, Explosionsgefahr!! :-D

 

Bild von: braincolor.de

 

 

 

 

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